unsere erster Besuch in Bosnien!

Gespannt wie ein Flitzebogen waren wir heute am Morgen, da wir zum ersten Mal nach Bosnien reisen werden. Gegen 10 Uhr ging es los. Das Navi sagte 4:20h aber mit Zwischenstopp in Mostar, also wussten wir schon, dass wir den ganzen Tag unterwegs sein werden. Das Wetter war sehr wechselhaft und ist auf 20 Grad gesunken und immer wieder regnete es heftig auf der Fahrt. Circa eine Stunde fuhren wir noch durch Kroatien und nach Überwindung der Grenze, die uns circa 45 min aufhielt waren wir schon in Bosnien. Relativ schnell fielen uns 3 Dinge auf:

  1. Es gibt keine Verkehrsregeln. Jeder Autofahrer macht was er/sie will.
  2. Bosnien hat eine bezaubernd schöne Landschaft
  3. An jeder Häuserecke gibt es Stände, wo das eigene Obst und Gemüse, später dann auch Honig sowie Säfte oder Schnäpse. Wir haben unübertrieben 100 Stände gesehen.

Die Fahrt verlief langsamer als wir dachten, da wir an jeder Ecke standen und lahmen Enten hinterherfuhren müssten. In Mostar angekommen sind wir ganz brav den Parkplatzschildern gefolgt und plötzlich standen wir mitten auf dem Marktplatz, wo wirklich viele Menschen unterwegs waren. Das Schild war allerdings richtig – ein Mann kam zu uns gerannt und zeigte uns den Weg zum Cityparkplatz. Meine Fresse war das eng! Der überdachte Markt, enge Straßen und viele Menschen umringten den Corsa. Schiffsführer Uli folgte dem freundlichen Bosnier, der uns einen Platz zum parken zuwies. Ein andere Bosnier nahm uns dann umgerechnet 5 Euro ab. Dafür wurde der Regen weniger und hörte kurze Zeit sogar komplett für uns auf. 

Tja, Mostar was soll ich sagen? Es ist ein Jammer! So eine traurig geschichtsträchtige Stadt ist überhäuft von abartig vielen Touristen, auch schon viele Japaner, die gar keine Ahnung haben was 1993 hier passierte. Am 9. November 1993 wurde die Brücke von Mostar auf Grund eines Glaubenskrieg zerbombt, zwischen 1995 bis 2004 wieder aufgebaut und sie gilt als symbolische Brücke zwischen Ost und West, zwischen der Welt des Christentums und der islamlischen Welt sowie  auch zwischen den katholischen Kroaten und orthodoxen Serben. Und heute ist diese Brücke vollgestopft mit Touristen, die keine Ahnung davon haben. Sie stehen da in Massen und gucken einen Mann in Badehose zu, der ins Wasser spring wenn 25 Euro zusammengespendet wurde. Früher war das Tradition um Mädels zu beeindrucken und heute ist das Touristennepp. Anstatt innezuhalten und darüber nachzudenken wie sinnlos Krieg ist bzw. es unterschiedlichen Glauben gibt, der weder richtig noch falsch ist etc… schieben sich Touristen über diese Brücke, um einen Mann beim in den Fluß runterspringen anzusehen! Ich bin wirklich schockiert! Die Stadt hat sich auf den Touristenrun vollends eingestellt. Es gibt etliche Marktstände und die Orte von denen man ein Blick auf diese Brücke hat, sind Restaurants. Um einen Blick auf die Brücke zu erhaschen gingen wir auch auf eine Terrasse. Hier ist sie:

       

Hier sieht man die Massen auf der Brücke sowie den Mann mit Badehose nochmal besser:

 

Hier seht ihr noch ein paar weitere Ansichten von Mostar:

Hier dachte ich „hier ist wunder was passiert“ und dann ist das „nur“ ein Name eines bosnischen Fußballclubs, hihi.

Wir schoben uns also noch eine Weile durch Mostar aber mussten dann schon an die Weiterfahrt denken. Verdammt Schade, dieser Megarun auf die Stadt aber vielleicht auch gut für Bosnien, um die Tür in den Tourismus aufzubekommen.

 

 

 

 

 

Cevapcici, schmeckt ehrlich gesagt ganz genau wie in Deutschland 😀

Wir schummelten uns also wieder raus aus Mostar und fuhren durch eine zauberhafte Landschaft. Sie ist ein Mix aus Norwegen und Schottland. Wir fuhren 2h lang durch ein Flußtal entlang, immer rechts oder links am Fluß vorbei und um uns gigantisch grüne bewaldete Felsen. Die Farbe des Flußes war türkis. Es gab kaum Möglichkeiten anzuhalten bzw. war es dann nicht der schönste Blick. Hier sieht man einen Hauch der Schönheit:

 

Das Tal heißt Neretva-Canyon. Absoluter Wahnsinn und nicht mit Fotos einzufangen. Hier wünschte ich mir eine Drohne! 

Wir fuhren gefühlt eine Ewigkeit bis wir gegen 19 Uhr in Sarajewo ankamen. Hier muss es Sturzbäche geregnet haben, da wir durch mehrere große Pfützen fuhren, eine war 40 cm hoch und einige Meter lang, wo wir hofften nicht drin abzusaufen. Das ging sich aus! Ha!

Das Hotel liegt sehr zentral und ich achtete beim buchen, dass es ein Parkplatz hatte. So fanden wir es auf Anhieb. Während ich  aus dem Auto sprang um einzuschecken und das Parkhaus klarzumachen, diskutierte ein Araber (?) gefühlt 100 Jahre mit der Hotelangestellten. Und plötzlich stand schon Uli neben mir, die sich irgendwie ins Parkhaus geschummelt hat. Lange Rede kurzer Sinn, schaut euch mal das Zimmer an sowie direkter Blick auf eine Moschee.

Es war nicht mehr so lange hell, weswegen wir in die Stadt gingen, die 3 m vom Hotel entfernt ist. 

 

 

Wir schlenderten ein paar Minuten durch den Markt und ja, es ist schon eine völlig andere Welt mit völlig anderen Gerüchten und klar auch viele Vollvermummte aber auch ganz gegensätzlich Durchgeknallte sowie Normalos.

 

Fotos machte ich erstmal nur aus dem Affekt und ungezielt weil es echt schon eine ganz andere Welt ist. Gleich testen wir das gekaufte Baklava, was in Deutschland einfach nur süß und bäh schmeckt. Einmal haben wir es in einem bulgarischen Restaurant nur aus Interesse bestellt, welches uns aber richtig umgehauen hat und wir immer noch darüber sprechen. So probieren wir gleich mal ein Stückchen und planen was wir uns morgen ansehen werden, da wir nur einen Tag Zeit haben.  

 

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