Tag 2 und 3

Nun bricht also schon das erste Wochenende an. Ursprünglich wollte ich mir die ganze Zeit ein Fahrrad leihen, um möglichst weit weg zu kommen aber da es noch zu kalt ist, laufe ich erst Stück für Stück ein paar Wege ab. Sobald es wärmer wird, fahre ich dann mit dem Rad die Werra ab. Wichtige Regel an diesem Ort, immer schön langsam, sonst hat man nach 3 Tagen alles gesehen.

Aber erstmal zurück zu den letzten beiden Tagen. Schnell kam mir auch wieder in den Sinn, warum ich die letzten 4 Jahre nicht mein Recht Gebrauch lassen wollte hier her zu fahren. Für solche Individualisten wie mich ist dieses Konzept nicht wirklich vorteilhaft. Allerdings sind die Therapien hier wirklich super. So kam mir gestern die erste Massage zu Gute bevor ist dann zu den Tests bei der Einzelkrankengymnastik ging. Diese bestehen aus Treppen innerhalb von 20 sek so weit wie möglich hoch und dann wieder runter zu gehen, eine „Teststrecke“ in einer bestimmten Zeit zu laufen. Auf der Liege wird dann geschaut, wie weit man all mögliche Körperteile bewegen kann, wie lange (aber maximal 30 Sekunden) man in verschiedenen Positionen seine Füßchen hochhalten kann außerdem muss man innerhalb einer bestimmten Zeit einige Wiederholungen bestimmter Übungen machen. Die Therapeutin zeigte sich von meinem Können recht beeindruckt, was mich natürlich auch freut, dass ich die Übungen, die für Muskelkranke konzipiert sind, gut bewältigen kann, wo ich doch eigentlich die letzten Wochen am Ende meiner Kräfte war. Ein bisschen sprachlos machte ich die Therapeutin als ich ihr ein „Das ist Kopfsache!“ entgegenwarf, als ich gar nicht daran dachte meine Beine vor 30 Sekunden abzulegen obwohl meine Muskeln schon erbärmlich zitterten und sie das kommentierte. Wir witzelten dann aber rum, dass der Kopf keine 32 Sekunden zugelassen hätte 😉 Danach hatte ich Bewegungsbad im Wasser und Schultergürtelgymnastik. Wie anstrengend das war, merkte ich dann erst später. Aus irgendwelchen Gründen muss man jetzt fast täglich Seminare besuchen. Dabei hätte ich gestern einen Mann fast mit meinem bösen Blick getötet, der sich ständig danebenbenahm und danach, währenddessen er wie ein Hirni lachte, sich zu den Kursteilnehmer drehte um Bestätigung zu erhaschen. Das Niveau war so unterirdisch, dass ich meine böse Blicke leider nicht steuern könnte also versuchte er sich seine Bestätigung bei anderen Menschen zu holen 😀 Es ging um „gesunde Ernährung“ hahahahahahaha  Naja, diese 45 min wünschte ich mich doch tatsächlich zurück an meinem Arbeitsplatz. Dagegen sind die Amis und Inder noch klug! Der political correctness wechsle ich jetzt das Thema. Komisch ist, dass man jedes Mal für Infrarotkabine und Ergometertraining eingewiesen wird…. den Einweisern kommt das auch komisch vor wenn sie die wiederkehrenden Gesichter erkennen. Aber so ist das in Deutschland. Kein Problemchen! Überehrgeizig wie ich bin, nahm ich nach Ende des Tages mein Rucksack, um ins Dorf runterzulaufen… da traf dann der Zeitpunkt ein, wo ich mir nun eingestehen musste, etwas langsamer zu werden. Mit einem roten langen Schal (meiner Zunge) erreichte ich die Klinik nachdem ich den Weg, den ich runtergelaufen bin, konsequenter Weise auch wieder hoch musste. Das war eine Qual! Später sah ich dann auf meinem Schrittzähler auf dem Handy 12.000 Schritte, der natürlich die Bewegung im Wasser nicht mitzählte. Da war ich der unbelehrbare muskelkranke Hirni! Zu guter Letzt, kam ich dann so spät, dass ich das Abendessen verpasste! Hier noch ein eisiger Blick auf den Stadtpark von gestern:

Heute waren die Anwendungen ähnlich und ich habe bewusst eher bei Übungen aufgehört, wenn es auch trotz Kopf noch hätte gehen können aber da wo es nicht wehtun soll, gezogen hat. Außerdem musste ja noch etwas Kraft für einen Walk außerhalb der Klinik übrig bleiben. Ich entschied mich den Weg, wo ich den alten Mann mit ungezogenen Dackel getroffen hatte, noch ein Stückchen weiterzugehen. Es war zwar kalt aber herrlich und ratet wen ich wieder getroffen habe? Es ging zwar schön steil hoch und wieder runter aber ich könnte mich an solche Wanderungen gewöhnen. Ich entschied mich nur ein paar Meter weiterzugehen, damit ich mir noch ein Teil für Sonntag lasse, wenn es 10 Grad wärmer wird. Das war ne gute Entscheidung, denn unten angekommen, fiel mir noch ein, dass ich unbedingt mal noch ne Makroaufnahme machen wollte. Ich weiß nicht wie lange ich da am Boden hockte aber plötzlich wurde es Zeit zurück zur Klinik zu gehen.

Hier ein paar Eindrücke meines Gangs in die Außenwelt von heute:

Den „Think“ Teil hole ich am Wochenende nach, irgendwie kam ich heute nicht in den richtigen Grübel-Flow.

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