Positive Vibes

Nun habe ich inzwischen schon eine Woche Reha hinter mich gebracht, damit ist der anstrengendste Teil dann immer schon geschafft, also das Ankommen, auf die neue Situation einstellen, die Hülle und Fülle der Therapien und dessen Wirkungen am Körper und den neuen und ungewohnten Kreis von Menschen, den man sonst nicht hat.

Heute möchte ich zur Abwechslung nur positive Erfahrung teilen. Heute fand wieder der Gesprächskreis nur für HMSN-Erkrankte statt. Solch eine Konstellation habe ich in Berlin vor ein paar Jahren bereits ausprobiert aber da es eher „um Dinge, die nun nicht mehr gehen“ geht, hat mich diese Art von Treffen eher nicht so angesprochen, da ich selbst weiß, welche Dinge mir schwer fallen. Um dies herauszufinden muss ich keine andere Menschen treffen. Interessanter finde ich immer WIE man Dinge trotzdem bewältigen kann, die schwer fallen oder sich darüber auszutauschen ab wann es ok ist andere um Hilfe zu bitten.
Diese Gruppe in der Reha hat sich nun ein wenig verjüngt und vergrößert. Eine MiesePetra hat sich dort eingeschummelt, die bei sich zu Hause eine Selbsthilfegruppe leitet und genau dem Klischee entspricht, wie ich es kennengelernt habe. Die Rest der Gruppe erstrahlte allerdings mit solch einer positiven Lebenseinstellung, die den Raum der MiesePetra so klein wie möglich hielt. Es war ein Mix aus Menschen die schon einige Rehas hinter sich haben und Menschen, die ihre erste Reha antraten und das erste Mal auf Gleichgesinnte trafen.
Ein Mann leitete die letzten 25 Jahre ein Altenheim und beginnt in Kürze seine Rente. Trotz, dass ihm nun der blöde Krebs in die Quere kam, wer er in absolut beeindruckender positiver Stimmung. Ein weiter, den ich hier 2011 auch schon kennenlernte, erzählte von seiner Erfahrung als Sozialarbeiter in einem Behindertenheim für Geistig Behinderte, in welchem er seit Jahren wie selbstverständlich wie die Rechte seiner Behinderten kämpfte, aber erst in dieser Rehaeinrichtung lernte für sich selbst ebenfalls zu kämpfen. Ein weiterer war 25 Jahre Paketausfahrer bei der DHL und eine Dame ist inzwischen fast 60, die nun zwar mit Schwierigkeiten im Außendienst tätig ist (allerdings völlig anders als wie es bei mir wird).

Das sind also die positiven Beispiele, nach denen man wie die Stecknadel im Heuhaufen sucht. Es war ein sehr schöner Austausch möglich, bis auf die Teile der MiesePetra. Das ist eines der Gründe, warum ich vor 10 Jahren hier beginnen konnte mein „Leiden“ eher als Lebensaufgabe anstatt als Feind anzuerkennen. Während ich die Lebenseinstellung einer 70 jährigen Dame über diese Stunde bewunderte, kam diese am Ende auf mich zu, um sich zu erkundigen, ob ich nächste Woche wiederkommen würde. Ich bejahte diese Frage woraufhin sie mich anstrahlte und mir auf dem Kopf zu sagte, wie sehr sie meine Lebensfreude bewundere. Komisch, was? Die „Jungen“ gucken auf die „Alten“ und de „Alten“ schauen auf die „Jungen“. Wenn ich den richtigen Weg eingebogen bin, dann werde ich mit 70 Jahren auch noch so frisch und positiv sein wie diese Frau, dann habe ich den richtigen Weg gewählt. Und ich werde wohl über die Jahre ein paar weitere Umwege gehen aber immer wieder den richten Weg einschlagen. Das ist mein Ziel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.