letzter Tag in Seattle

Heute brach unser letzter Tag in Seattle an und endlich erlebten wir Seattle wie es 300 mal im Jahr leibt und lebt – es regnete! Da uns Cousine A. so herzlich aufgenommen hatte, beschlossen wir heute für sie und ihren Mann deutsches Essen zu kochen. Wir entschieden uns für Königsberger Klopse, Tiramisu und für die Vegetarierin ein Rote Beete Risotto a la Jessie, denn dieses Gemüse kommt bei den Heini Sisters nicht in die Wohnung.

Cousine A hatte heute frei und kochte uns ein amerikanisches Frühstück bevor sie zum Friseur ging und wir zum Einkaufen der Zutaten. Und ja, das war echt schwieriger als gedacht. Zu allererst begrüßten uns die Massen von Kürbissen, nackt, mit Gesichtern und Mützen.

 

 

Und wenn wir nicht die schwierige Aufgabe vom Finden von für uns ganz handelsüblichen Lebensmitteln vor uns gehabt hätten, hätte ich noch hunderte von Fotos machen können. Das hebe ich mir für einen Regentag in Minnesota auf, denn ich kann gut und gerne einen halben Tag durch einen Supermarkt laufen um mir so viel wie möglich Produkte in die Hand nehmen.

Suppengemüse als Bund gibts hier natürlich nicht aber das Zusammensuchen von Möhren, Sellerie und Lauch war keine Herausforderung. Die Schwierigkeit begann mit für uns simplen Löffelbiskuits. Der amerikanische Verkäufer guckte uns mit großen Augen an und schickte uns aus letzter Verzweiflung in die Bäckereiabteilung, die nur „frische“ Produkte beinhaltete aber da wurden wir nicht fündig und mussten dann nach 20 minütiger Suche und durchlesen sämtlicher Verpackungen uns für das geringste Übel entscheiden. Hackfleisch gab es nur in Großverpackung und Beinscheiben – bitte was??? – kannte die „Fleischerin“ auch nicht. Warum hat sie denn eine Fleischerschürze an? Naja, dann beließen wir es dann beim Ansetzen einer reinen Gemüsebrühe. Mission Sardellenpaste und Kapern war auch erstmal schwierig, genau wie Mascapone aber wir wurden fündig. Was wir nicht fanden war reiner Risottoreis – ich möchte nicht denken was die Amerikaner von uns dachten. Entweder suchten wir nach eigenartigen Produkten oder lachten lauthals über amerikanische Produkte. Wir benötigten fast 2h für diesen Einkauf. Es war einfach irre witzig.

Möchte jemand folgendes Produkt nach Deutschland importiert haben?:

Warum muss man sich in fremden Ländern immer Natur oder Architektur ansehen? Man kann doch ein Tag auch mal in den Supermarkt verbringen. Hier lernt man auch so einiges über Land und Leute!

Später als gedacht kamen wir dann bei Cousine A in der Küche an und suchten nach Geräten, Gewürzen und und und…. irgendwas fehlte immer. Per iMessage gab uns Cousine A die ein oder anderen Lagebeschreibungen unser gesuchten Produkte und so verbrachten wir die andere Hälfte des Tages mit schnippeln, kochen, essen und Wein trinken.

Nun mussten wir aber mal hoch in unseren Garagenloft, um unsere Sachen zu packen, da wir morgen 14:36 Uhr nach Chicago fliegen. Morgen Abend übernachten wir dort, weil wir aufgrund der 2 Stunden Zeitverschiebung erst 20:30 Uhr in Chicago ankommen und circa 6h zur nächsten Destination bei Cousine R. benötigen. Das geht sich morgen dann nicht mehr aus. Jessie hat diese österreichische Formulierung „Das geht sich (nicht) aus“ nun auch vollends übernommen, die ich von Kollegin Viki vor über 2 Jahren übernommen habe nachdem ich damals über Google checken musste ob der Patient nun in die Studie passte oder eher nicht weil ich zu höflich war um direkt nachzufragen. Nun geht sich das hier aus oder eben nicht!

Ich vermute morgen werden auch wieder keine Fotos kommen, außer ich entdecke irgendwas witziges was wir in Deutschland nicht so gewohnt sind.

 

2 thoughts on “letzter Tag in Seattle”

  1. Hallo Bine, so viel Kürbisse und so viel Halloween! Das ist ja fast wie auf dem Kürbisfest in Berlin…hättest du dieses Wochenende übrigens eine gute Chance gehabt und diesmal ist das Wetter auch super und ich habe mal keine Erkältung… Chicago klingt allerdings nach einer halbwegs guten Alternative 🙂
    Viel Spaß weiterhin!
    P.S. Eigelb im Tetra-Pack habe ich in Berlin schon gesehen, aber Eiweiß????

    1. Warst du da? Nächstes Jahr dann wieder mit oder ohne Erkältung. Nun bin ich mal auf dem Indian Summer in Minnesota gespannt.
      Willst Eiweiß haben? 😀

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