Abschied vom Comer See

Wir mussten heute tapfer sein, und uns von diesen Ausblick sowie von Urlaub allgemein verabschieden. 

Wir genossen nochmal die Blicke während wir alles einpackten und frühstückten. Tja, und irgendwann kam die Wohnungsverwalterin und schmiss uns liebevoll aus dieser Ferienwohnung raus 😉 Der Mann der Verwalterin sprach ein wenig Deutsch, welches aber nicht zu einer Kommunikation reichte. Die Dame sprach sehr gut englisch und nach einem kurzen Plausch, stiegen wir ins Auto und fuhren unser erstes Ziel an. 

Unser erstes Ziel war eine Tankstelle. Was die Italiener alles als Tankstellen bezeichnen, ist schon interessant. Manche hatten zwar eine oder zwei Zapfsäulen sowie Preise dran stehen, aber trotzdem sahen sie wie aus dem Betrieb genommen aus. Selbstverständlich wurden wir rechtzeitig fündig und tankten nochmal mit Panoramablick auf die Berge mit Zuckerguss.

Bevor wir also über den Malojapass nach Deutschland für nochmal eine Zwischenübernachrung fuhren, steuerten wie einen Wasserfall an. Und zwar den Acquafraggia in Piuro. Auf dem Weg dorthin fuhren bereits durch riesengroße Berge, wo schon Wasserfälle runterflossen aber dann sah man „unseren“ angepeilten Wasserfall. Hier waren kaum andere Menschen unterwegs, was mich wunderte, da es hier so wunderschön war.  Wir verbachten hier mehr als eine Stunde, und hätten auch noch viel mehr Zeit hier verbringen wollen aber wir mussten weiter. Wir setzen uns allerdings noch kurz in ein kleines Cafe, um den letzten italienischen Kaffee und den Blick auf den Wasserfall zu genießen und dann ging es weiter. 

Was für ein ausgefallener Ort für ein Kickertisch, was?

Der Weg über die Wasserfälle führte nun über den Malojapass über die Schweiz. Der Pass war offen und so fuhren wir auf dieser Strecke an folgenden interessanten Ausblicken vorbei.

Dieser Schneeberg war direkt neben uns am Straßenrand!

Es war hier schon so circa 12 Grad, welches den Schnee zum schmelzen brachte. Wieviel Schnee hier wohl gelegen hat? Der Straße war sehr gut zweispurig ausgebaut und so fuhren wir ohne was zu ahnen staunend weiter. Plötzlich sahen wir an der nächsten Kurve 1 Auto und 2 Motorradfahrer sowie über die Kurve oberhalb einen Bus stehen. „Warum fahren die denn nicht?“ „Hat der Bus ne Panne“ fragten wir uns… irgendwann kehrten die Motorradfahrer um und fuhren wieder zurück. Das Auto fuhr weiter nach vorne und wir 4 m hinterher. Dann sahen wir was passiert war. Ein paar Minuten vorher sind diese Felsen heruntergefallen. Plopp! Es standen 2 Autos vor uns und das allererste hat diese Felsen runterkullern sehen. Völlig verdattert standen alle da und schüttelten ihre Köpfe. Man kann wirklich von Glück sprechen, dass in dieser Sekunde als die Felsen runterknallten kein Auto oder Fahrradfahrer genau an dieser Stelle war. Mich wunderte wie dieser Fahrradfahrer und später ein paar Halbstarke über diese Felsbrocken kletterten. Da hätte jede Sekunde noch etwas nachkommen können, wo selbst der Helm nichts geholfen hätte. 

Tja, und nun? Diese Frage stellten wir uns. Es gab zwei Optionen: 1. Warten und schauen, wann und ob man hier weiterfahren kann. Und 2. Wieder zurück zum Comer See, um dann über Lugano, einen riiiiieeeesen Schlenker fahren, um nach Deutschland zu kommen. Es handelte sich um ein 3 stündigen Umweg aber wir waren nicht sicher, wann und ob es hier weiterging. So etwas ist noch keinem von uns beiden passiert. Ein Schweizer, der aus der Umgebung kam, meinte es würde circa 1 bis 2h dauern, bis man wüsste wie es hier voran ging. Er riet dazu ins nächste Dorf zurückfahren einen Kaffee trinken gehen und nach einer Stunde mal gucken kommen. Das war uns alles zu unsicher, weswegen wir dann diesen riiiieeeesen Schlenker, erst wieder zurück zum Comer See und dann über Lugano, durch die Schweiz, Liechtenstein und Österreich nach Deutschland. Es war eine laaange Fahrt und auch wenn wir genervt waren, beschwerten wir uns nicht, weil wir darüber nachdachten, wie es wäre wenn wir genau zum Zeitpunkt als die Felsen runterkamen an dieser Stelle gewesen wäre. Das Autodach hätte diese Wucht wohl eher nicht ausgehalten. Auch war ich froh, dass ich kein anderes Auto darunter sehen musste. Von daher nahmen wir es tapfer und fuhren gefühlte 100h. Wir wussten schon, dass wir unser eigentliches Ziel, Nürnberg, heute wohl erst sehr spät erreichen würden. So stornierten wir die vorgebuchte Unterkunft und beschlossen dann spontan zu gucken sobald klar wie weit wir wohl kommen. Wir entschieden dann heute in Memmingen unterzukommen. Gegen 19:30 Uhr kamen wir dort an, und beschloßen erst was essen zu gehen. Da dieses Hotel in einem Gewerbegebiet lag und Uli nicht mehr fahren wollte, hatten wir die Wahl zwischen einem McDonald und einen amerikanischen Diner. McDoof kam gar nicht in Frage aber im Nachhinein wären wir da für eine ähnliche Qualität wohl günstiger gekommen. Naja! Dann checkten wir ein und breiteten uns aus. Die Nacht war für mich leider nicht so toll, da das Bett in der Mitte so durchgelegen war, dass sich eine enorme Mulde nach unten gebildet hatte…. Arghhhh! Ich schlief dementsprechend miserabel und fluchte die Nacht was das Zeug hielt. Am nächsten Morgen begann dann die 6 stündige Restfahrt bei dem schönsten Wetter, welches alle 10 min im Radio kommentiert wurde. Meine Nase, aber wir haben uns heftigst darüber amüsiert.

Lange Rede kurzer Sinn… Die Reise ging zu Ende und nun müssen wir 3 Monate bis zur nächsten warten. 

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